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Essstörungen – Magersucht und Bulimie


1) Magersucht und Bulimie
Magersucht – die wohl am meisten verbreitete Essstörung
Magersucht ist eine weit verbreitete Essstörung unter jungen Mädchen. Ihre Ursache liegt zum einen in unserer Gesellschaft, in der meist nur schlanke oder -noch besser- dünne Menschen als schön angesehen werden, zum anderen in Problemen der betroffenen Mädchen mit sich und ihrer Umwelt. Magersucht wie auch Bulimie sind Krankheitsbilder, die vor allem bei jungen Mädchen im Teenageralter und jungen Frauen auftreten.

Diese sind die Zielgruppen von Fernsehsendungen wie „Germany’ s next Topmodel“, in denen nur die dünnsten Mädchen eine Chance haben, und diversen Jugend- und Modezeitschriften, in denen sich fast alles um ein gutes Aussehen dreht. Es ist ganz natürlich, dass viele junge Mädchen, auch aus intakten (Familien-)Verhältnissen, den dort gezeigten dünnen Modells nacheifern möchten. Noch anfälliger sind Mädchen, die Probleme in der Familie, der Schule, mit Freunden oder ihrem Freund haben. Zum einen identifizieren diese sich auf der Suche nach einem Halt besonders bereitwillig mit allen denkbaren, auch den falschen Vorbildern. Zum anderen versuchen diese Mädchen unterbewusst mit einer starken Gewichtsreduktion das Erwachsenwerden hinauszuzögern. Denn wer nicht erwachsen wird, muss sich seinen Problemen nicht stellen. Oft sind die jungen Mädchen dabei recht erfolgreich, denn ihr abgemagerter Körper entwickelt keine Brüste mehr und häufig kommt auch ihre Periode zum Erliegen. Eine Magersucht ist auch oft der Versuch junger Mädchen in einer unsicheren Welt, in der sie sich ansonsten machtlos fühlen, wenigstens eine Sache unter Kontrolle zu haben: diese eine „Sache“ ist dann ihr Körper.
Wie erkennt man eine Magersucht?
Zunächst einmal essen von der Magersucht betroffene Mädchen wenig und versuchen die Nahrungsaufnahme immer noch weiter einzuschränken. Nicht nur die Menge der Nahrungsaufnahme wird reduziert, sondern gerade kalorienreiche Nahrungsmittel wie Pommes frites oder Süßigkeiten, die die Mädchen in ihrer Kinderzeit vielleicht noch geliebt haben, werden nicht mehr konsumiert. Wenn die Mädchen noch etwas essen dann ist das Obst oder noch lieber Salat, der kaum Nährstoffe enthält. Manche Magersüchtige versuchen auch nicht einmal mehr zu trinken und wenn, dann natürlich nur Wasser. Oftmals wird zusätzlich zu dieser stark reduzierten Nahrungsaufnahme noch exzessiv Sport getrieben. Diesen Typ der Magersucht nennt man „restriktive Anorexia nervosa“ weil er aus dem reinen Verzicht auf Nahrung besteht. Häufig wird die ständige Diät dabei von Essanfällen durchbrochen, sei es weil die Mädchen den Hunger nicht mehr ertragen oder weil sie dem Drängen zum Beispiel der Eltern nachgeben. Dann geben sie die konsumierten Lebensmittel durch Erbrechen wieder von sich oder nehmen zu diesem Zweck Abführmittel und/oder andere Medikamenten ein, daher nennt man diesen Typ der Magersucht den „bulimischen Typ“. Manche Magersüchtige helfen ihrem Traumgewicht auch ohne vorherige Essanfälle mit der Einnahme von Abführmitteln oder Medikamenten nach. Ein weiterer Hinweis auf eine Magersucht ist ein starker Kontrollzwang der Erkrankten. Sie kontrollieren ihren Körper geradezu zwanghaft, denn sie glauben nur über ihren Körper ihr Leben im Griff zu haben. So treten Zwangsstörungen auf wie eine Ritualisierung des Essens (jeder Bissen muss soundso oft gekaut werden) oder zwanghafte Handlungen bei der Körperpflege (Waschzwang), beim Aufräumen oder auch ein zwanghafter Geiz. Magersüchtige kapseln sich oft vollkommen von ihrer Umwelt ab und leiden unter Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen.

Nicht nur der Umgang mit dem Alltag wird bei Magersüchtigen zwanghaft, sondern auch der Anspruch an sich selbst steigt über das normale Maß an. Magersüchtige verlangen ihrem Körper aber auch ihrem Geist sehr oft Höchstleistungen ab, sei es in der Schule, beim Studium, im Beruf oder beim Sport. Häufig fallen scheinbar widersprüchliche Handlungen der Betroffenen auf; so sammeln nicht wenige Magersüchtige Rezepte und bekochen gerne Freunde und Familie, essen aber natürlich selbst nicht mit. So sehr Magersüchtige auf Höchstleistungen bedacht sind, möchten sie andererseits nicht aus der Masse der Menschen herausstechen oder auffallen. Häufig sind sie sensibel für die Gefühle ihrer Mitmenschen, haben aber keinen Bezug zu ihren eigenen Gefühlen. Oft sehnen sie sich nach Nähe und möchten nichts weniger als von ihren Lieben getrennt sei, können aber andererseits keine echte Nähe zulassen. Die meisten Magersüchtigen leugnen ihre Erkrankung und verstecken ihre ausgemergelte, dünne Figur unter weiter Kleidung bzw. mehreren übereinander getragenen Lagen Kleidung.
Behandlungsansatz und -notwenigkeit
Magersucht kann nur nach einem Eingeständnis der Krankheit durch die Betroffene und mit deren Bereitschaft sich medizinisch und therapeutisch betreuen zu lassen behandelt werden.
Eine Behandlung der Störung ist aber unbedingt erforderlich, denn die Magersucht kann zum Tode durch Verhungern oder Organversagen führen, wie die Beispiele einiger Modells allein in den letzten Jahren zeigen. Auf jeden Fall wird eine andauernde, unbehandelte Magersucht schwere Organschäden hervorrufen, an denen die Betroffenen auch nach einer eventuellen Genesung meist ein Leben lang zu leiden haben.
Bulimie- die Ess-Brech-Sucht
Bulimikerinnen sind nach außen hin meist angepasst, unauffällig und gepflegt. Sie ernten in ihrem Umfeld oft Neid und Bewunderung über ihre schlanke Figur, die sie relativ mühelos zu halten scheinen. Denn das „öffentliche“ Essverhalten einer Bulimikerin ist zwar behersscht und kalorienbewusst, dabei aber unauffällig. Ihr heimliches Essverhalten besteht aus unkontrollierten Essanfällen. Um die dabei konsumierten extremen Mengen an Nahrung und Kalorien wieder loszuwerden erbrechen sie sich heimlich und/oder nehmen Abführmittel ein. Andere treiben dazu noch exzessiv Sport oder halten zwischen den Essanfällen streng Diät. Bulimikerinnen schwanken ständig zwischen Perfektionismus und totalem Kontrollverlust. In jedem Fall beherrschen die Themen „Essen“ und „Figur“ das ganze Leben einer Bulimikerin.
Wie erkennt man eine Bulimie?
Obwohl das Leben der betroffenen jungen Frauen auf den ersten Blick ebenso in Ordnung zu sein scheint wie ihr Essverhalten gibt es einige Anzeichen für eine Bulimie.
Bulimikerinnen trennen Lebensmittel in die Kategorien „erlaubte“ und „verbotene“ Lebensmittel. Ihre Mahlzeiten in der Öffentlichkeit sind kontrolliert und bestehen aus kalorienbewussten Lebensmitteln. Bulimikerinnen nehmen selten geregelte Mahlzeiten zu sich und treiben eventuell übermäßig viel Sport. Sie horten Lebensmittel, obwohl sie eigentlich keine Essensvorräte zu Hause haben möchten. Sie kaufen Unmengen Lebensmittel für ihre Essanfälle; diese Lebensmittel sind leicht essbar und billig.
Dennoch haben Bulimikerinnen meist auffallend hohe Ausgaben für Lebensmittel und verschulden sich manchmal sogar deswegen. Ebenso wie die Magersucht führt auch die Bulimie oft zu einem Rückzug der Betroffenen von ihren Familien und Freunden und zu Depressionen.
Gesundheitliche Folgen und Behandlungsansatz
Die möglichen gesundheitlichen Folgen einer Bulimie hängen davon ab wie häufig die Ess-Brech-Anfälle stattfinden. Als Folgen können auftreten:
Schäden am Zahnschmelz und eine Schwellung der Speicheldrüsen durch das saure Erbrochene.
Chronische Magen- und Darmbeschwerden.
Ein gestörter Mineralstoffhaushalt und als Folge davon Nierenschäden und Herz-Rhythmus-Störungen.
Durch die eventuellen Mangelerscheinungen können auch Haarausfall, Müdigkeit und Schwindelanfälle auftreten.
Wie bei der Magersucht kann auch hier die Regelblutung ausbleiben wenn zu wenige Nährstoffe im Körper verbleiben.
Im seelischen Bereich kann eine Bulimie zu Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen und Selbsthass führen. Soziale Auffälligkeiten können ebenso auftreten wie von Fall zu Fall sogar Selbstverletzungen. Bulimikerinnen, die die Krankheit in ihrer Pubertät bekommen, verlieren durch sie diese wichtige Entwicklungsphase.
Auch bei einer Bulimie ist es wichtig sich die Störung einzugestehen und sich sowohl medizinische als auch therapeutische Hilfe zu suchen. Als erste Schritte sollten Betroffene regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen und lernen wieder langsam und genussvoll zu essen. Sie sollten sich mit allen Sinnen auf das Essen konzentrieren und nicht nebenbei zum Beispiel fernsehen. Hilfreich kann auch das Erlernen von Techniken zur Erholung und zum Stressabbau sein. Die Betroffenen müssen wieder eine gesunde Einstellung zu ihrem Aussehen, ihrem Körper und dessen Bedürfnissen entwickeln lernen.
Obwohl die meisten der Betroffenen junge Mädchen oder Frauen sind, sei abschließend noch erwähnt, dass sowohl Magersucht als auch Bulimie auch andere Bevölkerungsgruppen betreffen können und gerade bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern stark zunehmen.

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